BIM und Change Management

BIM und Change Management: Der Weg zur Digitalisierung

Der Begriff BIM bzw. Building Information Modeling beschreibt eine Arbeitsmethode der vernetzten und partnerschaftlichen Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Dabei werden die relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. Das Bauwerk wird als virtuelles Gebäudemodell abgebildet, welches die Beteiligten als primäres Werkzeug nutzen. Der Schwerpunkt liegt auf dem zentralen und gemeinsamen Verwalten von Projektinformationen. Somit kommt BIM im Bauwesen über den ganzen Lebenszyklus zum Einsatz. Zur Erinnerung: BIM ist eine Methode und keine Software! Bei der Implementierung von BIM im Unternehmen müssen immer die Faktoren Menschen, Prozesse, Technologien und Richtlinien betrachtet werden. Die meisten BIM-Neulinge müssen deshalb einen Veränderungsprozess durchlaufen. Inwieweit können BIM und Change Management nun unter einem Hut passen?

Soll die unternehmensinterne Integration von BIM gelingen, benötigt es einen Wandel, der die gesamte Organisation umfasst. Denn die Integration von BIM stellt für viele Mitarbeiter eine Herausforderung dar, da diese eine gewisse Bereitschaft mitbringen müssen, vertraute Planungsgewohnheiten zu verlassen und neue Abläufe einzustellen. Es können sich die unterschiedlichsten Widerstände auf Mitarbeiterseite auftun, die auf verschiedenen Ebenen wirken, aber jedoch durch die effiziente Integration von BIM und Change Management effektiv beseitigt werden können.

BIM und Change Management – und der Mensch im Organisationssystem

Eine Person in einer Organisation bewegt sich in verschiedenen Rollen und Kontexten, sodass viele wechselseitige Abhängigkeiten bzw. ein soziales Beziehungsgeflecht entsteht. Dieses System, welches aus Stellen, Kommunikation, Regeln und vielen unbewussten Prozessen besteht lässt sich unter dem Begriff „Kultur“ zusammenfassen. Soll nun eine Veränderung, wie die Integration von BIM vollzogen werden, muss sich dieses soziale System in Bewegung setzen. Es muss ein Wandel geplant werden, der die Organisation auf holistische Weise betrachtet. Dabei müssen die Felder der Strategie, der Struktur und der Kultur mit professionellen Methoden während des gesamten Wandels geleitet sowie die jeweiligen Mitarbeiter einbezogen werden.
Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die typischen Reaktionen der Mitarbeiter hinsichtlich eines ablaufenden Change-Projekts:

BIM und Change Management

Innerhalb der Abbildung erkennt man, dass zunächst bei einer nahenden Veränderung, wie der Implementierung von BIM zur Ablösung der konventionellen Arbeitsweise, Schock und Verneinung eintreten. Das Schockerlebnis kann auf verschiedene Weisen entfaltet werden, woraufhin bei schlechter Kommunikation generelle Ablehnung auftreten kann. So werden aufgrund des demographischen Wandels bspw. alteingesessene 2D-CAD Planer zunächst geschockt sein ihren Expertenstatus in dem Bereich aufgeben zu müssen, um innovative Tools wie BIM, zu nutzen.

Werden jedoch die Vision und die Mehrwerte der Veränderung effizient und strukturiert per Change Kommunikation geleitet und die Mitarbeiter eingebunden, folgt auf die ersten Phasen der Verneinung die rationale Akzeptanz. Werden dann die Mehrwerte auf den verschiedenen Ebenen bspw. durch Pilotprojekte, Trainings, Personalentwicklungsmaßnahmen treffend kommuniziert und die Mitarbeiter einbezogen, folgt nach der rationalen- ebenfalls die emotionale Akzeptanz. Die Phase der emotionalen Akzeptanz ist die Phase des großen Wendepunkts aufseiten der Mitarbeiter. So werden die Mitarbeiter von der Phase der ersten Ablehnung weg – und hin zu den Phasen des Ausprobierens, der Erkenntnis und der Integration der Veränderung geleitet, womit die Widerstände bezüglich der BIM-Implementation abgelegt werden.

Das System mit BIM und Change Management in Bewegung setzen – aber wie?

Die Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource im Hinblick auf eine Veränderung. Die aktive Integration und Kommunikation hin zu den Mitarbeitern ist das grundlegende Element, auf dem eine Veränderung basieren sollte. Durch die erwähnten Pilotprojekte und durch klare und direkte Kommunikation kann sich der Veränderung besser angenommen werden. Die positive Vision kann ergänzend zum Kommunikationsrahmen, die Ängste vor dem Wandel nehmen und Vertrauen auf Mitarbeiterseite aufbauen. Auf diese Weise kann die anfängliche Phase des Schocks schneller überwunden werden.

Stellen wir uns vor, wir wollen BIM als Methode in ein Unternehmen integrieren:

Die Organisationsstrukturen mit ihren jeweiligen Prozessen und interdependenten Abhängigkeiten werden analysiert, um den Fit zwischen BIM und der Auf- bzw. Ablauforganisation zu ermitteln. Weiter wird die Organisationskultur bewertet und damit herausgestellt, welche unbewussten Regeln BIM im Wege stehen könnten. Arbeiten die Mitarbeiter beispielsweise seit geraumer Zeit mit herkömmlichen Methoden, sind die Chancen hoch, dass diese zunächst unwillig Innovationen im Unternehmen annehmen. Wurden diese ersten Analysen erfolgreich abgeschlossen, kann die Entscheidung für BIM getroffen werden. Daraufhin können die Mehrwerte, die durch BIM erzielt werden, in die Vision des Unternehmens integriert werden, um durch die Vorstellung einen positiven Impuls zur Veränderung zu geben.

Wurde die Vision für BIM in all ihren Facetten und mit dem Fokus auf die Vorteile der Mitarbeiter erstellt, können daraufhin die jeweiligen Kommunikationsziele definiert werden. Nachdem die bereits erwähnten grundlegenden Mittel zur Veränderung herausgearbeitet wurden, können die Personalentwicklungsmaßnahmen, welche auf Mitarbeiterebene benötigt werden, in Form eines Projektplans integriert werden.

Dies können unter anderem die erwähnten Pilotprojekte, BIM-Schulungen, Trainings, Coachings, Teamentwicklungen oder kollegiale Beratungen sein, die helfen werden die Akzeptanz auf Mitarbeiterseite herzustellen. Im Projektplan werden nun die genannten Elemente für das Change Projekt in einem bestimmten zeitlichen Rahmen festgehalten. Auf diese Weise wissen Sie als Projektleiter um die erste Ablehnungsphase und sehen der Integration ihres Veränderungsvorhabens gelassen entgegen – oder nicht?

Wir von der DiConneX GmbH sind Experten für BIM und Digital Twinning. Dabei legen wir besonderen Wert auf ganzheitliche Betrachtungen und individuelle Methoden und Prozesse, um Sie individuell und nachhaltig in das digitale Zeitalter zu begleiten. Change Management bedeutet in diesem Kontext, dass wir gemeinsam mit unserem Consultingteam für eine verständliche und durchstrukturierte BIM Implementierung in Ihrem Unternehmen sorgen werden. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Gehen Sie mit der Zeit und kontaktieren Sie uns jederzeit gerne telefonisch oder über das Kontaktformular.