Mann führt eine Vermessung durch, auf blauem Hintergrund

Die Vermessung – Eine Branche im Umbruch

Dank der Digitalisierung gibt es immer mehr Wege eine Vermessung durchzuführen. Auch immer mehr Branchen könne eine Vermessung für sich nutzen, so auch die Baubranche. Dort begleitet die Vermessung jede Phase eines Bauprojekts. Deshalb ist das Vermessen in diesem Bereich besonders wichtig. Im folgenden Text erhalten Sie einen Überblick über die Entwicklung der Vermessungsbranche, bis hin zu zukünftigen Veränderungen.

Was bedeutet vermessen? – Kurz erklärt!

Eine Vermessung liefert die Grundlage für zahlreiche Fachgebiete. Zum einen für den Bereich der Geo- und Naturwissenschaften, um beispielsweise Landkarten zu erstellen. Aber auch für Dokumentationen jeglicher Bereiche kann eine Vermessung angewendet werden. Ein weiterer großer Bereich ist das Bauwesen und die Architektur. Dabei können für unterschiedliche Anwendungen Datenbanken oder Informationssysteme erstellt werden. Das Ergebnis dieser Datenbanken kann die Arbeit mit BIM oder ein Digitaler Zwilling sein.

Wir, die DiConneX haben uns in dem Bereich des Bauwesens auf die Gebäudevermessung spezialisiert. Anhand dieser Vermessung ist es möglich Gebäude virtuell und digital verfügbar zu machen. Bei einer Vermessung nehmen die verschiedenen Technologien Daten auf, werden bearbeitet und machen sie so verfügbar für die weitere Verwendung. Dabei hängt die genutzte Vermessungstechnologie von den Wünschen des Kunden ab, der Detailgenauigkeit und der Geometrie des Gebäudes.

Wie wurde früher vermessen? Der Vergleich zu heute.

Seit dem die Menschen existieren haben sie die Erde, ihren Lebensraum, beobachtet und versucht die Gestalt der Erde zu erkunden. Später begannen die ersten Schritte der Vermessung. Es ist also ein Thema, dass uns seit vielen Jahrhunderten begleitet und mit der Zeit stetig weiterentwickelt wurde.

So wurden im Mittelalter Maßeinheiten noch auf den Menschen bezogen angegeben, wie Elle, Fuß oder Schrittlänge. Eine exakte und einheitliche Maßbestimmung war demnach nicht möglich. Später gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist neben den wissenschaftlichen Fortschritten in den Messmethoden und Rechenhilfsmitteln auch bei allen anderen vermessungstechnischen Arbeiten ein großer Aufschwung zu beobachten. Die Einführung des Grundsteuerkatasters als Folge der Forderung nach “Gleichheit” in der Französischen Revolution führte zu einer vollständigen und andauernden Vermessung aller Grundstücke und deren Archivierung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde zudem die Zeit der verschiedenen Maßeinheiten in fast ganz Europa, durch die Einführung des metrischen Systems, dem Meter, beendet. Mit der Zeit entwickelten sich vier Teilgebiete der Vermessung, die teilweise heute noch gelten, wenn gleich die Grenzen fließend sind. Zu den Teilgebieten zählen die Erdmessung, die Landesvermessung, die Feld oder auch Grundstücksvermessung und die Ingenieurvermessung. Das letzte Teilgebiet, die Ingenieurvermessung liegt in unserem Tätigkeitsfeld. Im 20. Jahrhundert gab es weitere wichtige Änderungen und Verbesserungen. Die Landvermessung, die zuvor von militärischen Stellen durchgeführt wurde, ist von zivilen Behörden übernommen worden. Mit der Luftbildmessung ergab sich zudem eine starke Neuerung für die Herstellung von Karten und Plänen. Auch die Bau- und Funktionsweisen der Messinstrumente passten sich dem elektronischen Zeitalter an.

Doch besonders in den letzten Jahrzehnten gab es, dank der Digitalisierung, in der Vermessungsbranche einen starken Umbruch. Im folgenden Absatz erfahren Sie mehr über die Entwicklung einzelner Technologien und ihre heutige Anwendung.

Terrestrischer Laserscanner – Stationäre Strecken- und Richtungsmessungen am Boden

Ein terrestrischer Laserscanner ist ein stationäres 3D-Messverfahren am Boden. Während der Vermessung gibt der Scanner einen Laserstrahl in alle umgebenen Richtungen frei und misst so jeden Winkel und jede umliegende Strecke. Das Objekt wird von mehreren Standpunkten vermessen, um es später genauer darstellen zu können. Mit der großen Anzahl der Messpunkten wird das Objekt in einer 3D-Punktwolke dargestellt. Das automatische Messverfahren ist sehr leistungsfähig, einfach zu bedienen und vielseitig einsetzbar. Wo früher ein Tachymeter oder die digitale Nah-Bereichsfotogrammetrie genutzt wurden, ist der terrestrische Laserscanner heute als Konkurrenz oder als ergänzende Methode mit erweiternden Möglichkeiten anzusehen.

Seit der Markteinführung vor etwa 20 Jahren, wurde der terrestrische Laserscanner rasch weiterentwickelt. Eine erhöhte Scangeschwindigkeit und geringeres Rauschen der Ergebnisse sind Folgen dieser Entwicklung. Dabei konnte die Anzahl der gemessenen Punkte pro Sekunde erheblich gesteigert werden. Anfänglich konnten nur 1000 Punkte pro Sekunde vermessen werden. Mittlerweile sind es 2 Millionen Punkte pro Sekunde. Natürlich ist auch der Laserscanner an sich leichter und kleiner geworden.

Photogrammetrie – die Vermessung von Objekten mithilfe von Bildern

Die Photogrammetrie ist ein Verfahren wobei die Vermessung nicht direkt am Objekt vorgenommen wird, sondern indirekt über Bilder. Diesen Bildern kann Informationen entnommen werden, wodurch die räumliche Lage, bzw. die dreidimensionale Form des Objektes bestimmt werden kann. Spezielle Messkameras ermöglichen diese berührungslose Rekonstruktion. Bei der Vermessung werden zahlreiche Bilder erstellt. Anhand der Schnittpunkte, der Bilder können Daten des Objektes berechnet werden.

Ein großer Teil der Photogrammetrie ist die Aerophotogrammetrie. Dabei werden die Messbilder aus der Luft aufgenommen. Das geschieht mit Flugzeugen, Helikoptern oder Drohnen. Für uns ist die Vermessung mit Drohnen die wichtigste Vorgehensweise. Dabei wird das Gelände streifenweise abgeflogen, um Bilder von dem Objekt aufzunehmen, die später zu einem Modell zusammengefügt werden. Bei mehrfachem Überfliegen an unterschiedlichen Zeitpunkten können die Änderungen an dem Zielobjekt dokumentiert werden. In den letzten zwei Jahrzehnten wurde die Technologie der Drohne immer beliebter und rasant weiterentwickelt. Zum Vergleich – früher wurden nur zwei Messbilder aus der Luft aufgenommen, die in der Nachbearbeitung optisch genau übereinander gesetzt werden mussten. Heute werden die Bilder automatisch eingefügt und automatisch berechnet.

In unserem Technologieüberblick finden Sie eine detaillierte Beschreibung über die Funktionsweise der hier genannten Technologien von heute.

Bauarbeiter vermisst Baustelle mit einer Drohne

Wie hat sich die Arbeitsweise verändert?

Die Arbeitsprozesse haben sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert und somit auch das Berufsbild eines Vermessers. Früher dauerte eine Bestandserfassung von einem Gebäude mehrere Tage – Heute ist eine einfache Erfassung um ein vielfaches schneller abgeschlossen. Dabei spielen Größe, Zugänglichkeit und der Anlass der Vermessung eine große Rolle. Daher kann nicht jede Vermessung gleich schnell abgeschlossen werden.

Die Anzahl beteiligter Vermesser an einem Projekt konnte mit der Zeit reduziert werden. Früher wurden drei Personen für die gleiche Arbeit benötigt, für die heute nur noch eine Person gebraucht wird. Grund dafür sind automatisierte Prozesse. Beispielsweise konnte bis in die 80er Jahre mit den Vermessungsinstrumenten nur eine Winkelvermessung durchgeführt werden. Die Streckenmessung erfolgte aufwendig mit einem Maßband. Später wurde diese durch die elektrooptische Streckenvermessung ersetzt, bis heute eine Vermessung automatisiert in alle Richtungen möglich ist. Auch die Dokumentation auf Papier ist wesentlich weniger geworden in der Branche.

Zudem hat sich durch die Entwicklung immer modernerer Messgeräte die Dauer einer Vermessung stark verkürzt. Durch hochgenaue Laserscans können in kurzer Zeit große Mengen an Gebäudedaten aufgenommen werden. Diese können dann zu großen Teilen automatisiert in CAD/CAFM Modelle überführt werden. Hinzu kommt, dass die Messungen immer präziser werden, weshalb weniger Kontrollmessungen notwendig werden. Die Vermessungsdauer wird ebenfalls durch modernste und hochgenaue GPS Empfänger verkürzt. Denn damit kann der oft aufwendige Anschluss an vorhandene Messmarken gespart werden.

Auch in der Nachbearbeitung wurde die Technologie stetig weiterentwickelt. Manuelle Arbeiten werden weniger, durch die Automatisierung der Prozesse. Hinzu kommt eine viel höhere Ergebnisqualität. Beispielsweise müssen in der Nachbearbeitung die Gesichter, die auf den Panoramabildern zu erkennen sind, unkenntlich gemacht werden. Die Bilderkennungsalgorithmen sind heute in der Lage sehr schnell und präzise Massen an Bilddaten nach Gesichtern zu durchforsten und diese automatisiert zu verpixeln.

Mit dieser Entwicklung können die Technologien teilweise so vereinfacht, dass eine Vermessung auch für den Endkunden durchführbar ist. Statt ein Ingenieurbüro zu beauftragen und klassisch von Punkt zu Punkt zu vermessen hat es sich so entwickelt, dass auch Privatpersonen oder Bauarbeiter mit dem Handy einen Teil aufnehmen und über die Photogrammetrie vermessen. Trotz allem ist dies nicht mit einer professionellen Vermessung zu vergleichen.

Baustelle mit Kran

Wie wird es wohl in Zukunft aussehen?

Die Vermessungsbranche hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. So sind vor 20 Jahren drei Vermesser zu einem Auftrag gefahren und um die Vermessung durchführen zu können musste ein Maßband gehalten werden. Schon heute wird für diese Arbeit nur noch eine Person und kein Maßband mehr benötigt. Grund dafür ist die verbesserte Technik und automatisierte Prozesse. Da liegt es nahe, dass in Zukunft sogar, die eine Person ersetzt werden könnte. Mit der Weiterentwicklung von Fahr- und Laufrobotern sowie fliegenden Drohnen kann ein großflächiges Bestandsaufmaß oder eine Bauwerksüberwachung automatisch durchgeführt werden, ohne dass eine Person vor Ort anwesend sein muss.

Während einer Vermessung ist es notwendig auf die Reihenfolge zu achten, damit im Nachhinein weniger Fehler zu bereinigen sind. Auch die aufgenommenen Daten müssen in ihrer Brauchbarkeit bewertet werden. Trotz der automatisierten Prozesse stehen sehr viele Daten und Informationen hinter einer Vermessung, die an die richtige Position gebracht werden müssen. Demnach ist sehr viel Wissen dafür notwendig, weshalb eine Vermessung nicht einfach so von einem Laien durchgeführt werden kann. Durch die Digitalisierung wird sich jedoch das Aufgabenfeld verändern. Vermesser werden weniger im Außendienst benötigt, dafür mehr im Bereich der Datenverwaltung und Zuordnung.

Die Vermessungsarbeit wird trotz allem nicht wegfallen und auch der Beruf wird dadurch nicht weniger wichtig. Ganz im Gegenteil. In Zukunft werden immer mehr Vermessungen benötigt, da alles digitaler wird. Wie auch die Bauchbranche. Heute werden Gebäude digitalisiert, woran früher nicht zu denken war. Die DiConneX hat sich auf diesen Bereich spezialisiert. Dabei werden verschiedene Technologien angewendet, um ein passendes Ergebnis zu erzielen. Unsere Kombination aus wichtig und stetig weiterentwickelnd ergeben ideale Voraussetzungen, um zukunftsweisend zu handeln – und genau das tun wir!

Die Arbeit eines Vermessers ist demnach die Arbeit der Zukunft. Das macht den Beruf so vielseitig und interessant. Stellen Sie jetzt Ihre Anfrage an die Vermessung! Zur Unterstützung haben wir hier ein kostenloses E-Book mit einer Checkliste für Ihre Anfrage erstellt.